Ein-Euro-Jobs vernichten Arbeitsplätze
Eigentlich hat man es kommen sehen. Da wurde von der berliner Politik immer wieder behauptet, Arbeitslose, die einen Ein Euro-Job annehmen, würden keinem Normal-Erwerbstätigen schaden. Eigentlich ein Widerspruch in sich, erledigt doch der Ein Euro-Jobber Arbeit, die sonst von einer entsprechenden Firma erledigt werden müsste.
Der Sprecher des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Berlin, Dieter Pienkny, warnt angesichts eines Beispiels aus Neukölln, man müsse den Anfängen wehren, sonst wäre ein gewaltiger Druck auf die Arbeitnehmer die Folge. Das Bezirksamt Neukölln wollte nämlich Geld sparen und vergab so einen Umzugsauftrag nicht, wie sonst üblich, an eine Spedition. Statt dessen nutzte es das Angebot des Arbeitsamtes, auf Erwerbslose zurückzugreifen, die die gleiche Arbeit für einen Euro fünfzig erledigten.
Innungs-Chef Gert Bretschneider befürchtet, dass dieses Beispiel Schule machen wird und somit viele Stellen im Umzugsgewerbe aufs Spiel gesetzt werden.
Wurden früher beim Bezirsamt in der Erkstrasse etliche Umzugshelfer und Fahrer der Spedition Delev Fuhrmann bestellt, waren es diesmal nur ein Lastwagen und ein Fahrer, während die Arbeitslosen für sage und schreibe 1,50 Euro die schwere Arbeit des Umzuges zu erledigen hatten. Darunter wohl auch mindestens ein Arbeitsloser über 60 Jahre, wie ein Angestellter der Spedition berichtete.
Vermutlich hätten sechs Mitarbeiter der Spedition für eine ganze Woche beschätigt werden können, wie verlautete. Innungs-Chef Bretschneider kann angesichts solcher Praktiken wohl nur mit dem Kopf schütteln und meint dazu nur, dass Speditionsfirmen langfristig wohl mit Arbeitsplatzabbau reagieren werden.
Die Agentur für Arbeit kündigte nun an, den Fall eingehend zu prüfen. Der Sprecher der Reginalagentur, Olaf Möller, bekräftigte, dass in der Tat Ein-Euro-Jobs Arbeitsplätze des so genannten ersten Arbeitsmarktes nicht gefährden dürften.
Folgt man dieser Argumentation, stellt sich allerdings die Frage, zu welchen Tätigkeiten Arbeitslose überhaupt für einen Euro herangezogen werden können, denn Arbeit jedweder Art könnte doch auch von Firmen der jeweiligen Branchen erledigt werden. www.arbeitsagentur.de
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